A- | A | A+
RSS  Drucken   Senden
IPPNW

Sie sind hier: archiv.ippnw.de | Presse | Presse 2000

Pressemitteilung vom 16.06.2000

Keine deutsche Mox-Fabrik in Russland!

IPPNW-Ärzte warnen vor Russlands Einstieg in Plutonium-Wirtschaft

Berlin-  Überlegungen der Bundesregierung, die Hanauer Siemens-Brennelemente-Fabrik nach Russland zu exportieren, lehnen die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges grundsätzlich ab. «Unter dem Deckmäntelchen der Abrüstung wird die internationale Renaissance der Atomenergie eingeleitet», so IPPNW-Sprecher Lars Pohlmeier, der jüngst aus Moskau von Gesprächen mit u.a. Russlands Atomminister Evgenij Adamov zurückkehrte. «Erst ist der Atomausstieg national verpatzt worden, und nun droht international mit deutscher Beteiligung das nächste Debakel, wenn es um die Gesundheit der Menschen in Europa geht.»

Die USA und Russland hatten sich bereits 1998 geeinigt, 34 Tonnen ihrer Waffenplutonium-Bestände offen zu legen und aus der militärischen Nutzung zu nehmen. Die IPPNW befürwortet die Immobilisierung von Plutonium, die sogenannte «Verglasung». Von westlicher Regierungs-Seite wird die Überführung in Mox-Brennelemente favorisiert. Das hält Pohlmeier für gefährlich: «Aus den Mox-Elementen ist das Plutonium leicht wieder zurück zu gewinnen. Es droht eine riesige Transportlawine von Brennelementen und Müll über ganz Europa mit unkalkulierbaren Gesundheitsrisiken.»

Ein Export der Hanauer Siemens-Fabrik gäbe ein völlig falsches Signal. Es würde Russland in seinen Plänen, zukünftig auf Plutonium-Reaktoren zu setzen, bestärken. Diese Technologie ist in Westeuropa und den USA aufgrund der unbeherrschbaren technischen Probleme längst aufgegeben worden. Die Bundesregierung will bis Ende Juni zu einem Meinungsbild über den möglichen Export der Hanauer Siemens-Brennelemente-Fabrik kommen. Auf dem G-8-Gipfel Ende Juli in Japan steht dann die Frage der internationalen Finanzierung des Waffenplutonium-Projektes an.

Für Rückfragen: Lars Pohlmeier 0171/416 01 39

... zurück

Sie sind im Archiv

Hier geht es zurück zum aktuellen Pressebereich auf www.ippnw.de.