Würzburg- Mit der Verabschiedung einer «Würzburger Erklärung» beendete die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) am Sonntag ihre jährliche Hauptversammlung im Würzburger Missionsärztlichen Institut. Den Tenor des Treffens gab der bekannte Psychoanalytiker und Gründungsmitglied der IPPNW Professor Dr. Horst-Eberhard Richter am Freitagabend in einer mit 150 Personen gut besuchten öffentlichen Veranstaltung vor. Er warnte: «Die geführlichste aller Utopien ist - wir könnten so weitermachen wie bisher!» Vielmehr müsse für eine humanere Welt, so Horst-Eberhard Richter, eine Kultur des Friedens von unten wachsen, deren Voraussetzungen die Erkenntnis und das Gefühl sei, dass die Menschen Geschwister sind.
Dr. Vuk Stambolovic aus Belgrad skizzierte bedrückende Szenarien möfglicher kommender bewaffneter Konflikte und Kriege für Serbien und Montenegro. Bedrückend, weil die verhürteten Fronten und die strukturellen Zerstöfrungen wenig Zeit für prüventive Maßnahmen ließen. Es sei viel Geld für die Wiederherstellung der Infrastruktur und der Versorgung der Menschen nöftig. Genauso wichtig sei aber zivilgesellschaftliche Hilfe, die moralische Fragen des Landes unparteiisch angehen würde.
Weitere politische Diskussionen, die zu Kampagnenschwerpunkten der ca. 9.000 deutschen Mitglieder führen, beschüftigten sich mit dem aus gesundheitlichen Gründen notwendigen Atomausstieg, der Minderung von Schutzstandards durch die kommende Strahlenschutzverordnung, der Verbesserung der Lage traumatisierter Flüchtlinge, der Entwicklung der internationalen Atomabrüstung und der sicherheitspolitischen Entwicklung seit dem NATO-Krieg gegen Jugoslawien. Die IPPNW wird Unterstützerin des Internationalen Tribunals über den NATO-Krieg gegen Jugoslawien. Vehement lehnt die IPPNW eine Beteiligung der Medizin und des Gesundheitswesens an Kriegsplanung ab. Die Leitgedanken der IPPNW kulminieren in der «Würzburger Erklärung», die 90 stimmberechtigte Delegierte aus dem ganzen Bundesgebiet verabschiedeten.
Für Interviews und Nachfragen: Lars Pohlmeier, Sprecher der IPPNW
Handy: 0171/41 60 139 Die weiteren Beschlüsse der Mitgliederversammlung erhalten Sie hier.
... zurück