Berlin- Mit aller Schärfe kritisieren die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) Pläne der Preussen Elektra AG, Brennstäbe aus Material von abgewrackten russischen Atomraketen in Deutschland einzusetzen.«Vor dem Hintergrund der massiven Sicherheitsmängel im britischen Sellafield sind diese Pläne geradezu abenteuerlich.» So IPPNW-Sprecher Lars Pohlmeier.
Pohlmeier bezeichnete die Darstellung der Preussen Elektra als falsch, die Verwendung spaltbarer Materialien in der friedlichen Nutzung der Atomenergie sei der «beste Weg», mit militärischem Atommüll umzugehen. Pohlmeier: «Mit diesem Scheinargument versucht die Atomindustrie, ihren Weiterbestand zu legitimieren.» Militärische Bestände an spaltbaren Materialien gehören auf keine Fall in die Hände ziviler Atomenergiebetreiber.
Nach Einschätzung der IPPNW würde damit das Proliferations-Risiko weltweit erhöht. «Uran und Plutonium aus Militärbeständen dürfen kein Handelsgut werden. Sonst wird es für Dritte immer leichter, sich Zugang zu Atomwaffen zu verschaffen.» Die IPPNW fordert für den Umgang mit radioaktiven Spaltprodukten aus Militärbeständen: Die Bestände unter Internationale Kontrolle zu stellen, oder 2. Die Materialien direkt «endzulagern». Oder 3. Die spaltbaren Produkte zu «verglasen». Mit dieser Verarbeitungstechnik werden Uran und Plutonium nach heutigem Stand der Technik weitgehend unbrauchbar gemacht.
«Wir wissen aus unseren persönlichen Gesprächen mit dem russischen MINATOM-Atomminister Jewgeni Adamov, dass Russland angesichts der desolaten Finanzlage ein großes Interesse hat, mit seiner Atomtechnologie und seinem radioaktiven Erbe wenn irgend möglich Geld zu verdienen. Sicherheits- und Gesundheits-Aspekte werden monetären Interessen geopfert,» so Pohlmeier. In Russland gibt es beim besonders gefährlichen Plutonium Bestände von zwischen 140 und 160 Tonnen aus Militärbeständen.
Für Rückfragen: Lars Pohlmeier, Mediziner: 030-693 02 44 oder 0171-4160139
Hintergrund: www.siemens-boykott.de
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