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Pressemitteilung vom 19.09.2001

Solidarität ja - Krieg nein

Friedensärzte appellieren an Abgeordnete, Militäreinsatz abzulehnen

Berlin- Die Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) appellieren an die Abgeordneten des deutschen Bundestages, einen militärischen Einsatz der Bundeswehr bei einer künftigen Abstimmung im Bundestag abzulehnen. Bundesregierung und Bundestag werden aufgefordert, einen etwaigen Feldzug der USA nicht durch Logistik oder Finanzmittel zu unterstützen. "Beharren Sie auf friedlichen Konfliktlösungsstrategien und verhindern Sie eine neue Spaltung der Welt.", sagt Dr. med. Ute Watermann, Sprecherin der IPPNW.

In einem Brief der IPPNW an die einzelnen Bundestagsabgeordneten heißt es

"Wir Ärztinnen und Ärzte teilen Ihre tiefe Empörung über die grausamen und menschenverachtenden Terroranschläge in den USA. Gleichzeitig appellieren wir an Sie, diese Krise mit Besonnenheit zu meistern.

Helfen Sie, dass die Täter aufgespürt und vor Gericht gestellt werden. Aber bitte lassen Sie sich nicht auf einen militärischen Rachefeldzug ein, der sich gegen die Bevölkerung welchen Landes auch immer richtet. Ein neuer Krieg vergrößert nur das Leid unschuldiger Menschen, bringt neuen Hass und neuen Terror hervor.

Wir Ärztinnen und Ärzte wissen aus unserer täglichen Arbeit: Gewalt kann nie Konflikte lösen. Terrorismus lässt sich nicht durch Krieg bekämpfen, sondern nur durch die Beseitigung der Ursachen. Wir möchten Sie bitten, innezuhalten. Das weltweite Entsetzen über die Tat bietet die Chance, dem Terror und dem Hass, die sich hinter der Maske des religiösen Fundamentalismus versteckt haben, die Unterstützung zu entziehen. Eine ehrliche internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Armut, sozialer Ungerechtigkeit, ökologischer Zerstörung und regionalen Kriegen ist ein mühsamer, aber erfolgversprechender Weg aus der Krise.

Kein Raketenabwehrsystem, keine noch so gut gerüstete Armee und keine noch so großen inneren Sicherheitsmaßnahmen werden uns vor solchen Anschlägen schützen können. Sicherheit erreichen wir nur durch Abrüstung, die Stärkung des internationalen Rechtes und soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit.

Deshalb: Sagen Sie nein, zu einem militärischen Einsatz der Bundeswehr bei einer Abstimmung im Bundestag.

Sagen Sie nein zum geplanten Feldzug der USA. Unterstützen Sie diesen Krieg auch nicht durch Logistik oder Finanzmittel.

Beharren Sie auf friedlichen Konfliktlösungsstrategien und verhindern Sie eine neue Spaltung der Welt."

Kontakt: Dr. med. Ute Watermann

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