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Pressemitteilung vom 20.06.2002

Karlsruher Institut für Transurane kann kein Uran messen - Transurane auch nicht

Radioaktive Verseuchung in der Elbmarsch

Berlin- Die Manipulationen der Atomlobby in Sachen Kernbrennstoffkügelchen bei Geesthacht werden immer plumper. Das Institut für Transurane des Kernforschungszentrums Karlsruhe (ITU) wurde vom LKA Schleswig-Holstein beauftragt, die Befunde des Gutachterbüros ARGE PhAM (Prof. Scharmann, Prof. Brandt, Dr. Schalch, Dipl. Ing. Gabriel, Weinheim) zu überprüfen, die inzwischen von mehreren unabhängigen Wissenschaftlern - u.a. dem Wissenschaftlichen Geschäftsführer der Schleswig-Holsteinischen Leukämiekommission Priv. Doz. Dr. A. F. Stevenson - bestätigt wurden.

Ein wesentliches Indiz für eine radioaktive Verseuchung durch Kernbrennstoffe in der Elbmarsch besteht aus Nachweisen von künstlichem (angereichertem) Uran durch verschiedene Institute, wobei das Verhältnis der Isotope Uran-235 zu Uran-238 erhöht ist gegenüber dem natürlichen Vorkommen. Das ITU sieht sich gegenüber dem LKA darin überfordert, diese Stoffe im Boden nachzuweisen. Seine Messgrenze liegt bei 300 000 Bq/kg und sein Messverfahren ist damit 30 000 mal unempfindlicher als in anderen Laboren. Für keine einzige der untersuchten Bodenproben ist das ITU in der Lage, Messwerte zu Uran 235 und Uran 238 zu liefern. Es findet also diese Stoffe in den Proben einfach nicht, behauptet aber trotzdem, dass sich bei Geesthacht nur natürliches Uran im Boden befindet!

Aber auch Transurane kann das Institut nicht gut messen. Für das Plutoniumisotop 238 und für Americium reicht ebenfalls seine Messempfindlichkeit nicht aus. Auf nachgewiesene Konzentrationen dieser Stoffe gründen sich aber ebenfalls die Erkenntnisse der Aufklärungsgruppe für Geesthacht.

Ein weiteres wesentliches Indiz für die radioaktive Verseuchung mit Kernbrennstoffen ist der Fund zahlreicher Mikrokügelchen, die in Bodenproben und Strohdächern von verschiedenen Wissenschaftlern gefunden wurden. Ein Teil der Mikrokügelchen - nicht jedes - enthält nach den Untersuchungen der Universität Gießen Plutonium und die Stoffe Bor, Beryllium und Lithium. Das sind sichere Indikatoren für die Herkunft der Kügelchen aus kernphysikalischen Anlagen.
Das ITU fand von den zahlreichen Mikrokügelchen in Elbmarsch und Elbgeest genau eins ??
Von diesem einen Kügelchen hat das ITU nur die Beschaffenheit der Oberfläche untersucht und kommt dabei zu ähnlichen Aussagen wie die ARGE PhAM. Mit der Struktur und dem Inhalt des Kügelchens hat sich das ITU überhaupt nicht beschäftigt - daraus erst hätte das ITU die erforderlichen Schlüsse ziehen können.

Der Kieler Staatssekretär Voigt versucht erneut, die radioaktiven Verseuchungen als Hirngespinst eines Einzelnen darzustellen und damit das Versagen seiner Aufsichtsbehörde gesundzubeten. Die IPPNW hat sich von der Stichhaltigkeit der ARGE PhAM-Argumente überzeugt und einen eigenen Expertenstab gegründet. Sie sieht dadurch die Möglichkeit, die Ursachen der Leukämieerhöhung bei Geesthacht aufzuklären.
Informationen erhalten Sie bei:

Dr. Sebastian Pflugbeil
tel. 030-4493736
fax 030-44342834


Dr.med. Helga Dieckmann
tel. 04131-61319
fax 04131-681237

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