Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) drücken ihre tiefe Sorge über die eskalierende Krise zwischen Indien und Pakistan in einem Brief an den Staatschefs beider Staaten aus.
Die Ko-Präsidenten der internationalen Ärzteföderation Mary-Wynne Ashford (Kanada) und Abraham Béhar (Frankreich) schreiben im Namen der 64 Sektionen, dass die Androhung mit Atomwaffen sowohl von Indien als auch von Pakistan besonders erschreckend ist, weil die Entfernungen zwischen Startpunkten und Zielen so kurz sind. Es verbliebe keinerlei Zeit zu überprüfen, ob eine ankommende Rakete einen Atomsprengkopf trägt. "Das angegriffene Land könnte Atomraketen nur aufgrund der Warnung starten und damit weitere Vergeltungsschläge auslösen. Ein Atomkrieg in Südasien würde mit millionenfachem Tod enden."
Ashford und Béhar weisen auf die 1999 erschienene wissenschaftliche Studie der IPPNW "Bombing Bombay" über die medizinischen Folgen einer auf eine größere Stadt in Südasien abgeworfene Atombombe hin. Als Beispiel wurde in der Studie Bombay herangezogen, doch die Ergebnisse würden auf jede entsprechend große und dicht besiedelte Stadt in Pakistan oder Indien zutreffen. Innerhalb der ersten Wochen nach dem Angriff mit einer 15-Kilotonnen-Bombe würden etwa 850.000 Menschen sterben. Eine 150-Kilotonnen-Bombe könnte über 8 Millionen Menschen umbringen, ohne dass die Spätfolgen durch Krebs mitgezählt würden.
Die Studie "Bombing Bombay" ist als pdf-Datei in englischer Sprache bei der IPPNW verfügbar.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Xanthe Hall oder Jens-Peter Steffen, Tel: 030 / 693 02 44
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