A- | A | A+
RSS  Drucken   Senden
IPPNW

Sie sind hier: archiv.ippnw.de | Presse | Presse 2002

Pressemitteilung vom 14.03.2002

Hospital beschossen

IPPNW-Kritik am israelischen Militär

Berlin- In einem Schreiben an den israelischen Botschafter in Deutschland verurteilen die deutschen Ärzte für Frieden und soziale Verantwortung (IPPNW) auf das Schärfste das gewalttätige Vorgehen israelischer Militärs gegen palästinensisches medizinisches Personal in der West Bank. Durch die völlige Okkupation Ramallahs ist die medizinische Versorgung Verwundeter völlig zum erliegen gekommen, selbst die Krankenhäuser Ramallah Hospital und das Ramallah Maternity Hospital wurden beschossen.

An den Botschafter Shimon Stein gerichtet unterstreicht die IPPNW: "Wir sehen in der gegenseitigen Respektierung der Menschenrechte und dem Handeln nach internationalem Recht wesentliche Grundlagen für den anzustrebenden Frieden in ihrem Land." Dazu heißt es in dem Brief: "Die Ereignisse verletzen in eklatanter Weise grundlegende Menschenrechte und verstoßen gegen Grundsätze internationalen Rechts, wie den Artikel 20 der vierten Genfer Konvention und den Artikel 43 der Haager Konvention. Verletzt werden auch Regeln für bewaffnete Konflikte der World Medical Association von 1956, 1957 und 1983, sofern es den Umgang mit Kranken und Verwundeten in Zeiten bewaffneter Konflikte betrifft.

Wir bitten Sie, sich dafür einzusetzen, dass es zu einer rückhaltlosen Aufklärung dieser Vorfälle kommt und dass es in Zukunft keine Angriffe auf Ambulanzen, medizinisches Personal oder Verletzte mehr geben wird."

Die Vorwürfe gegen das israelische Militär basieren auf Recherchen der israelischen Ärzteorganisation Physicians for Human Rights - Israel (PHR). Aufgrund der von ihnen dokumentierten gewalttätigen Übergriffe am 7. und 8. März diesen Jahres gegen palästinensisches medizinisches Personal und Feuer auf Ambulanzen hat PHR beim höchsten israelischen Gericht (High Court of Justice) gegen die verantwortliche militärische Führung in der West Bank Klage eingereicht.

Das Gericht hat die Klage an den staatlichen Rechtsberater (State Legal Adviser) weitergeleitet. PHR befürchtet, dass es zu einer längerfristigen Verzögerung einer Anhörung kommen könnte und hat internationale Menschenrechtsorganisationen um Hilfe gebeten.

Detailinformationen erhalten Sie von der
PHR, Miri Weingarten, 972 3 6873718, 972 3 5240166, mail@phr.org.il Selbstdarstellung und Programm der PHR unter www.phr.org.il
Rückfragen bitte an Dr. Jens-Peter Steffen: kontakt@ippnw.de

... zurück

Sie sind im Archiv

Hier geht es zurück zum aktuellen Pressebereich auf www.ippnw.de.