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IPPNW-Pressemitteilung vom 8.12.2004

Stuttgarter OB Schuster wird Mayor for Peace

Bürgermeister für den Frieden

Dr. Wolfgang Schuster ist der Initiative Mayors for Peace beigetreten. Der Stuttgarter Oberbürgermeister ist damit Teil einer der größten internationalen Friedens- und Abrüstungskampagnen.
„Die vornehmste Aufgabe eines Bürgermeisters: Das Leben und Eigentum der Bürger zu schützen”. Das sagt Tadatoshi Akiba. Der Oberbürgermeister von Hiroshima und Präsident von Mayors for Peace weiß, dass es unmöglich ist, für eine Stadt und ihre Bewohner bei einem Atomwaffen-Angriff irgendwelche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Mehr als 700 Bürgermeister in 108 Ländern setzen sich in den 1982 gegründeten Organisation für die Abschaffung aller Atomwaffen ein. Allein in Deutschland sind über 170 Städte und Gemeinden Mitglieder. In Deutschland federführend sind die Bürgermeister von Hannover und Mutlangen Herbert Schmalstieg und Peter Seyfried.
...auf keinem Auge blind! Atomwaffenfrei bis 2020 - so heißt die Kampagne mit der u.a. die IPPNW die Stadtoberhäupter unterstützt. Die Aktion ist das Pendant zu der internationalen Dringlichkeitskampagne 2020 Vision der Mayors for Peace.
Der Plan der Bürgermeister ist ehrgeizig. Sie wollen, dass die Länder der Weltgemeinschaft im kommendem Jahr Verhandlungen beginnen, die fünf Jahre später abgeschlossen sein sollen. Bereits im Jahr 2020 könnten dann sämtliche weltweiten Nuklear-Arsenale geräumt sein.
Der Zeitpunkt für einen solchen Plan ist dringend und günstig zugleich. Dringend, weil sowohl die Gefahr durch terroristische Anschläge steigt, als auch die Unberechenbarkeit diktatorischer Regime durch die Möglichkeit des Besitzes von Atomwaffen größer wird. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde Mohammed al-Baradei stellt fest: „Noch nie war die Gefahr so groß wie heute.” Hinzu kommt die beharrliche Weigerung der Atommächte USA; Russland, Frankreich, Großbritannien und China ihre bestehenden Arsenale nicht nur nicht abzubauen, wie es der Atomwaffensperrvertrag vorsieht. Vielmehr planen z.B. die USA neue Atomwaffen wie sog. "Mini Nukes" und "Bunker Busters".
Günstig ist der Zeitpunkt, weil sich die Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrages von 1970 im Mai 2005 zur Überprüfungskonferenz in New York treffen. Hier werden die Bürgermeister zusammen mit vielen weiteren Gruppen und Organisationen ihrer Forderung Nachdruck verleihen.
Noch eine Anmerkung in eigener Sache: Wir sind uns bewusst, dass unser Anliegen im Tagesgeschäft der Redaktionen nach hinten rückt. Wir möchten Sie dazu einladen, sich für unser Anliegen Zeit zu nehmen und von uns nachhaltiger informieren zu lassen. In Kürze wird die deutsche Kurzfassung eines Dokumentarfilms über Mayors for Peace fertiggestellt, den wir Ihnen gerne zur Verfügung stellen. Sehr gerne vermitteln wir Ihnen Interviewkontakte zu den teilnehmenden Bürgermeistern oder zu weiteren Initiativen und Unterstützergruppen der Kampagne. Ausdrücklich möchten wir auf den 60. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im kommenden Jahr hinweisen!

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