Die IPPNW verurteilt Äußerungen von Bundeskanzler Schröder über US-amerikanische Atomwaffen, die im rheinland-pfälzischen Luftwaffenstützpunkt Büchel stationiert sind. Laut tageszeitung vom 9. Juni hat Schröder gesagt: „Wegen der 20 Dinger in Büchel, verkrache ich mich doch nicht mit den Amis.” Dazu die Abrüstungsexpertin der IPPNW, Xanthe Hall: „Es ist leichtfertig, wie Schröder mit diesen zerstörerischen Waffen - sie haben 20 mal die sechsfache Sprengkraft der Hiroshimabombe - umgeht. Sie als "Dinger" zu bezeichnen ist zynisch und zeigt, dass unser Bundeskanzler das vernichtende Potenzial von Atombomben offenbar nicht erfasst hat.”
Die IPPNW bedauert, dass Bundesverteidigungsminister Peter Struck seine Ankündigung zur Debatte um die nukleare Teilhabe und den Abzug US-amerikanischer Atomwaffen aus Deutschland und Europa offensichtlich nicht mit Nachdruck verfolgt. Struck hatte vor vier Wochen öffentlich angekündigt, mit den NATO-Partnern diese Themen erörtern zu wollen.
Nach Meinung der IPPNW hätte das Treffen der nuklearen Planungsgruppe der NATO am gestrigen Donnerstag in Brüssel den geeignete Rahmen dafür abgegeben. Stattdessen bekräftigte die Planungsgruppe ihre Nukleardoktrin. Danach verbleibt u.a. Deutschland in der nuklearen Teilhabe, d.h. deutsche Bundeswehrsoldaten müssten mit deutschen Tornados im Ernstfall amerikanische Atomwaffen in deren Zielgebiete fliegen.
Hall dazu: „Verteidigungsminister Struck macht einen Rückzieher. Es ist bemerkenswert, wie durch Ankündigungen Hoffnungen auf den Abzug geweckt werden, um kurz darauf für Gutwetter mit den USA alles wieder zurückzuziehen. Ein Sitz im UN-Sicherheitsrat ist offenbar wichtiger als die Bedrohung durch Atomwaffen.”
Währenddessen hat die IPPNW mit anderen europäischen Friedensorganisationen und Parlamentariern aus allen europäischen Ländern in denen US-Atomwaffen stationiert sind, eine Initiative für deren Abzug gestartet.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Xanthe Hall 030-698 074-12, Mobil: 0171-435 8404
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW),
Körtestr. 10, 10967 Berlin, Tel.: 030-698074-0, Fax: 030-6938166,
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