Die Explosion und der Brand im schwedischen Atomkraftwerk Ringhals in der Nacht zum 14. November ist nach dem schweren Vorkommnis in Forsmark am 25. Juli bereits das zweite gefährliche Ereignis nach kurzer Zeit in schwedischen Atomkraftwerken. Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW weist darauf hin, dass Brände und Explosionen zu den gefährlichsten möglichen Auslösern einer Atomkatastrophe zählen.
Im März 1994 brannte laut IPPNW im deutschen Atomkraftwerk Biblis A der Motor einer Hauptkühlmittelpumpe in unmittelbarer Nähe des Hauptkühlkreislaufes, weil es aufgrund eines bei Wartungsarbeiten in dem Motor vergessenen Stahlmeißels zu einem Kurzschluss gekommen war.
Am 14. Dezember 2001 kam es im deutschen Atomkraftwerk Brunsbüttel zu einer Wasserstoffexplosion. Dabei wurde eine Rohrleitung auf einer Länge von etwa drei Metern in unmittelbarer Nähe zum Reaktorkern zerfetzt.
"Gerade in alten deutschen Atomkraftwerken ist der Brandschutz zum Teil katastrophal", kritisiert der IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz. "Die Sicherheitssysteme sind häufig nur unzulänglich räumlich getrennt, so dass sie bei einem Brand vollständig ausfallen können. Es gibt zum Teil Ölbehälter im Sicherheitsbehälter, so dass es zu großen und schwer löschbaren Bränden kommen kann. Auch sind in Altanlagen noch immer zahlreiche PVC-Kabel verlegt, die leicht entflammbar sind. In den Sicherheitsbehältern aller deutscher Atomkraftwerke gibt es keine automatisierte Brandbekämpfung."
Die Vorkommnisse zeigten, dass es auch in westlichen Ländern jederzeit zum Super-GAU kommen kann. "Diese Technik ist nicht beherrschbar", so Paulitz. "Wir müssen jetzt in Deutschland zügig die Atomkraftwerke abschalten und aus diesem gefährlichen Abenteuer endlich aussteigen. Schon morgen kann es in Europa zu einem zweiten Tschernobyl kommen."
Kontakt: Henrik Paulitz, Tel. 0171-53 888 22
oder Jörg Welke Tel. 030-69 80 74 14
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