Berlin- Mit großer Besorgnis beobachtet die IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) die jüngste Eskalation des israelisch-palästinensischen Konflikts.
Als Ärzte verurteilen wir die systematische militärische Zerstörung der ohnehin labilen Infrastruktur von Gaza, weil sich die gesundheitliche Situation der dort lebenden Menschen hierdurch weiterhin verschlechtert und zusätzlich die medizinische Versorgung unmöglich gemacht wird. Leidtragende sind diejenigen, die zu den schwächsten der Gesellschaft in den Autonomiegebieten gehören: Kinder, Alte, schwangere Frauen und chronisch Kranke. Die Bombardierung und Lahmlegung des einzigen Elektrizitätswerkes von Gaza führt zur Unterbrechung der Trinkwasserversorgung, in Krankenhäusern kann nicht mehr gearbeitet werden, notfallmedizinische Einrichtungen fallen aus.
„In dieser verfahrenen Situation brauchen beide Parteien mäßigenden und zügelnden Einfluss von außen” sagt dazu die Vorsitzende der deutschen IPPNW Dr. Angelika Claußen. Eine entschiedene Reaktion der EU wie auch der deutschen Regierung gegenüber den Verantwortlichen in Israel sei nötig, fehle jedoch gänzlich. „Wir appellieren an die deutsche Regierung sich einzumischen, nicht zuletzt um einen drohenden rapiden Schwund des Ansehens europäischer Politik in der Region zu verhüten, wie er uns von arabischen Kol-legen berichtet wird”, so Claußen.
Die IPPNW fordert Rückzug der israelischen Armee, die Freilassung der entführten israelischen Soldaten und eine Lösung für diejenigen palästinensischen Gefangenen in israelischer Haft, die ohne rechtstaatliche Verfahren dort festgehalten werden. Der politisch-militärische Konflikt darf nicht auf Kosten der Schwächsten und Ärmsten ausgetragen werden!
Kontakte:
Pressesprecher: Jörg Welke, Tel.: 030 - 69 80 74 14
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