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IPPNW-Presseinfo vom 6. Juni 2006

Inspektion der UAA Gronau

Camp ab dem 16. Juni 2006

Wegen der geplanten Urananreicherung, der Kritik der IAEO an seinem Verhalten und der möglichen Option auf Atomwaffen wird dem Iran Krieg durch die NATO angedroht. Die menschenverachtenden Aktivitäten des autoritären iranischen Regimes sind nicht tolerierbar, daher verurteilen wir insbesondere die Drohungen gegenüber Israel. Wir verurteilen jegliche antisemitische Äußerungen gleich von welcher Seite. Diese rechtfertigen jedoch keinen Krieg gegen den Iran, sondern sollten mit zivilen Mitteln geahndet werden. Bei einem Angriff gegen den Iran würden vor allem ZivilistInnen getroffen werden, es besteht die Gefahr einer radioaktiven Verseuchung der ganzen Region.

Der Iran verstößt mit seinen Aktivitäten derzeit nicht gegen den Atomwaffensperrvertrag. Im Gegensatz dazu halten sich die USA und viele andere Staaten in vielen Punkten nicht an diesen Vertrag, sie praktizieren die Weiterverbreitung von Atomwaffen, Abrüstung findet nicht statt. Andere Staaten die zu den "Guten" gehören, bauen ihre Atomwaffen(optionen) ohne nennensweten Widerstand aus, ohne Inspektionen der IAEO zulassen zu müssen. Politiker wie Rupert Scholz fordern Atomwaffen für Deutschland, ohne dass die Bundesregierung widerspricht.

Auch in Deutschland sind Atomwaffen stationiert (Büchel und Ramstein). Diejenigen  in Büchel (Eifel) würden im Einsatzfall von deutschen Piloten mit dem Kampfflugzeug "Tornado" im Rahmen der NATO gelenkt. Der Forschungsreaktor in Garching bei München wird mit hochangereichertem atomwaffenfähigem Uran betrieben. Bei der Urananreicherunganlage (UAA) in Gronau (Westfalen) wird gerade die Kapazität um den Faktor 2,5 auf 4500t Urantrennarbeit pro Jahr erhöht, ohne dass sich der Weltsicherheitsrat damit befasst..

Schon 1997 war im Spiegel zu lesen, dass die IAEO-Prüfer bei der Kontrolle dieser UAA auf hartnäckigen Widerstand stießen. Abgereichertes Uran, das von Gronau nach Russland geliefert wird, findet oft für panzerbrechende Munition Verwendung.

In Deutschland existieren die Anlagen, das Material und das Wissen, um innerhalb kurzer Zeit (ca. 3 Monate) Atomwaffen herzustellen. Deutsche Firmen haben Teile für die nukleare Technik im Iran geliefert und iranische Wissenschaftler ausgebildet. Atomanlagen müssen überall abgeschaltet werden.

Eine Trennung von ziviler und militärischer Nutzung  ist nicht möglich.

Zudem wird mit zweierlei Maß gemessen, wenn Deutschland durch die Anreicherung von Uran den Atomwaffensperrvertrag missachtet und gleichzeitig anderen Staaten wie dem Iran dieses Recht verwehrt wird.

Die UAA in Gronau ist ein geeigneter Ort, um auf diese Wiedersprüche aufmerksam zu machen. Hier gilt es, den Betreibern in ihre Anlage zu schauen und herauszufinden was dort in der sehr großen und teilweise von Wald und Schutzwall umgebenen UAA geschieht.

Für aktive Menschen wird am Freitag das Camp mit Küche, Gemeinschaftszelt und sanitären Anlagen aufgebaut. Bis zum Abend werden viele angereist sein. Nach dem Kennenlernen und Wiedersehen sollen Pläne für das Wochenende geschmiedet werden. Am Samstag werden wir uns konkret auf die Inspektion vorbereiten, vielleicht auch schon mal die Anlage aus der Nähe betrachten oder in die Stadt gehen und die Menschen informieren. Diejenigen, die gerne in einer Bezugsgruppe unterwegs sind, aber ohne diese anreisen, werden sich Gleichgesinnten anschließen können. Die Juraselbsthilfe wird beratend tätig sein.

Am Sonntag werden noch einmal viele Menschen dazu kommen. Vor dem Haupteingang der UAA wird es dann eine angemeldete Kundgebung ab 12 Uhr mit Reden, Musik, Essen, Trinken und symbolischen Aktionen geben. Aber auch die Inspektion soll nicht zu kurz kommen.

Wenn die Gewaltspirale sich weiter auf einen Krieg zum Iran hinbewegt wird es weitere Aktionen auch in Gronau geben. Aber auch ohne Krieg bietet sich Gronau als Aktionsort an.

www.nirgendwo.info, Infotelefon: 0160 - 4391535

Unterstützt von:
X-tausendmal quer, Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen, IPPNW

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