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IPPNW-Online-Information vom 11. Juni 2007

Gipfelproteste erfolgreich

Rückschau auf die Aktionswoche gegen G8

Die Proteste gegen den G8-Gipfel wurden von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis getragen. Es reichte vom Rand der institutionellen Kirchen und der Gewerkschaften bis hin zu linken Basisgruppen: An der internationalen Großdemonstration am 2. Juni beteiligten sich mehrere zehntausend Menschen. Während der Aktionswoche in Rostock hatten etwa 20.000 AktivistInnen die Zufahrtswege nach Heiligendamm blockiert oder sich auf Workshops im Rahmen des Alternativgipfels mit Lösungen für eine zukunftsfähigen Globalisierung beschäftigt.

„Wir haben die größte globalisierungskritische Massenmobilisierung erlebt, die es in Deutschland je gegeben hat“, sagte Werner Rätz vom Attac Koordinierungskreis. Mit dieser breit angelegten Bürgerbewegung wird hoffentlich auch weiterhin zu rechnen sein. Gerade im Hinblick auf eine Politik der G8-Staaten, die zu den drängenden existentiellen Fragen der Menschheit wenig mehr als diplomatische Floskeln und professionelle Pressefotos produziert.

Auf der internationalen Großdemonstration am Samstag demonstrierten mehrere zehntausend Menschen friedlich und bunt. Auch von der IPPNW-Deutschland, die den Demo-Aufruf „Eine andere Welt ist möglich!" mitunterstützte, nahmen etwa zwei Dutzend KollegInnen und Medizinstudierende teil. Sie waren auch zugegen, als der prominente Globalisierungskritiker Walden Bello seinen Redebeitrag hielt, den die Nachrichtenagentur dpa später falsch zitierte. Eine Chronologie dieser Falschmeldung, die den Anfang einer extrem verzerrten Berichterstattung über die Aktionswoche darstellte, können sie hier lesen:

www.stefan-niggemeier.de/blog/chronologie-einer-falschmeldung

Leider wurde die friedliche Demonstration von den Gewalttaten einiger weniger überschattet. Die Organisationsarbeit von über zwei Jahren wurde dadurch fast zunichte gemacht. Sicherlich wird die globalisierungskritische Bewegung bessere Lösungen finden müssen, wie man sich dieser gewaltbereiten Gruppe gegenüber verhält. Wer mehr erfahren will, wie sich das Geschehen aus der Sicht der Demonstrationsleitung darstellte, findet unter folgenden Link einen Kommentar von Manni Stenner, einer der Organisatoren:

www.friedenskooperative.de/themen/g8_07-21.htm

Hochproblematisch waren im Zusammenhang mit den gewalttätigen Protesten die Reaktionen des Rechtsstaates. Einen empfehlenswerten Kommentar dazu können Sie in der Süddeutschen Zeitung lesen:

www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/888/117759/

Doch der G8-Gipfel endete nicht nur in einem rechtsstaatlichen Fiasko, sondern auch mit dürftigen Ergebnissen: „Weder in der Afrikapolitik noch beim Klimaschutz hat die G8 mehr als unverbindliche Absichtserklärungen zustande gebracht“, erklärte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin der evangelischen Hilfsorganisation Brot für die Welt . Die G8-Staaten wiederholten damit lediglich bisher nicht eingelöste Versprechen.

Wie Hilfsorganisationen, die in Afrika tätig sind, die Beschlüsse des G8-Gipfels bewerten, können Sie hier lesen:

Brot für die Welt(Siehe Pressemeldungen)

Ärzte ohne Grenzen (Medikamentenkampagne)

Hilfswerk MISEREOR

 

Sven Hessmann, Pressereferent IPPNW

 

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