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Eine Pressemitteilung der Frankfurter Regionalgrup

Keine Verlängerung des OEF-Mandats

Offener Brief der Frankfurter IPPNW-ÄrztInnen

Dringende Bitte, am 15. November im Deutschen Bundestag nicht für die Verlängerung des Afghanistan-Bundeswehrmandats in ISAF  und OEF  zu stimmen.

Sehr geehrte Frankfurter Bundestagsabgeordnete,

am 15.November sollen Sie, nach bestem Wissen und Gewissen, Ihr Votum zur beantragten Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan abgeben.

Wir Frankfurter Ärzte/innen der "IPPNW- für Frieden und Soziale Verantwortung" (deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung eines Atomkriegs) appellieren an Sie, mit  NEIN  zu stimmen.

Ein solches Votum hätte nichts mit Feigheit oder Bündnisschwäche zu tun, sondern mit der Erkenntnis, dass sich die Gesamtsituation in Afghanistan seit Beginn des US-geführten Kriegs nicht verbessert, sondern verschlechtert hat. Jeden Tag sterben unschuldige Frauen, Kinder und Männer, seit Beginn dieses Jahres bereits über 600. Unsere deutschen Soldaten tun ihr Bestmögliches, um humanitäre Leistungen zu schützen, aber zumeist vergeblich. Sie werden nicht nur von  den Taliban, sondern von einem Großteil der afghanischen Bevölkerung als ein Teil der kriegführenden Interventionalisten angesehen und daher vermehrt mit Raketen, Minen und  Selbstmordattentaten bekämpft.

Deutschland wurde emotional, nicht verstandesgemäß, in den Afghanistankrieg hineingezogen. Militärs und andere Fachleute sagen aus, dass über  10-30 Jahre der Kriegseinsatz weiter "nötig" sein werde. Wir sind also in einer Sackgasse, aus der es schwer ist, herauszufinden. Nur wer klug  und couragiert ist, ist auch bereit, Fehler zuzugeben und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Wir Ärzte wissen: Die Fortsetzung einer eingreifenden und dennoch unwirksamen Therapie, hilft nicht dem Patienten, sondern tötet ihn.

Frieden ist vor allem mit wirtschaftlicher Unterstützung und Aufbauhilfe möglich, hier stimmen wir der Bundeskanzlerin voll zu. Seit 2002  wurden für den Krieg 85 Milliarden US-Dollar ausgegeben, aber nur 7,5 Milliarden für den friedlichen Aufbau von Entwicklung in Landwirtschaft, Gesundheit, Ausbildung und Straßenbau.

Wenn Deutschland die durch Beendigung unseres militärischen Einsatzes gesparten Millionen Euro dem Wohl der Bevölkerung Afghanistans zukommen ließe, dann würde nicht nur die Sympathie für unser Volk wieder steigen, sondern wir würden echte Friedensarbeit leisten.

Für die IPPNW- Regionalgruppe Frankfurt/ Rhein-Main:

Prof.Dr.med.Ulrich Gottstein                                                   Facharzt Matthias Jochheim

Ehrenvorstand der IPPNW                                                     Vorstandsmitglied der IPPNW

 

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