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IPPNW-Presseinformation vom 19. Juni 2007

Neue Landschaften, bleibendes Krebsrisiko?

Fachveranstaltung zum Uranbergbau

Gera - Wer heute die Bundesgartenschau in Gera und Ronneburg besucht, kann sich schwer vorstellen, dass sich hier einst eines der größten Uranbergbaureviere der Welt befand. 17 Jahre ist es her, seitdem Kumpels unter Tage fuhren. Doch bei vielen Ärzten in der Region ist der Uranbergbau noch gegenwärtig: Ehemalige Bergarbeiter fragen, wie hoch ihr Risiko an Krebs zu erkranken, heute noch ist. Ähnliche Ängste beschäftigen die Menschen, die jahrelang in der Nähe der radioaktiven Abraumhalden wohnten. Eine ganz andere Rolle spielt die Problematik für ehemalige Kumpels, die tatsächlich an Krebs oder einer Staublunge leiden. Viele von ihnen kämpfen seit Jahren mit den Berufsgenossenschaften um die Anerkennung ihres Leides als Berufskrankheit.

Zum Thema "Krebsrisiko durch den Wismut-Uranbergbau" organisiert das Tumorzentrum Gera und die Regionalgruppe Jena-Gera-Rudolstadt der Ärzteorganisation IPPNW am 4. Juli 2007 eine öffentliche Fachveranstaltung für Ärzte und Interessierte. Die Referenten:

Dr. Bernd Grosche vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wird die neusten Ergebnisse der weltweit umfassendsten Studie über Uranbergarbeiter vorstellen.

Matthias Zschockelt von der Bergbau-Berufsgenossenschaft wird über die Erkenntnisse internationaler Studien zum Uranbergbau referieren und die Beurteilungsgrundlagen erläutern, mit denen Berufsgenossenschaften Krebserkrankungen als Berufskrankheiten anerkennen.

Danach kommt ein Betroffener zu Wort: Der ehemalige Bergbauarbeiter Michael Löffler kämpft seit Jahren, um die Anerkennung seiner Krebserkrankung als Berufskrankheit. Als Vorsitzender des Vereins Atomopfer e. V. vertritt er ehemalige Kumpels mit einem ähnlichen Schicksal.

Roland Stabenow, Leiter der Gemeinsamen Krebsregister der Länder, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen, wird über das Krebsrisiko in Wohngebieten in der Nähe des ehemaligen Uranerzbergbaus sprechen.

Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake wird neue Erkenntnisse über die Wirkung inkorporierter Radioaktivität vorstellen.
Anschließend wird es eine Diskussion geben.

Die Veranstaltung "Krebsrisiko durch den Wismut-Uranbergbau" findet am 4. Juli 2007, um 17 Uhr im SRH Wald-Klinikum Gera, Multifunktionsraum Haus 51, statt. Die Moderation übernimmt Dr. Dagmar Täuscher, Oberärztin im Waldklinikum. Das Programm wurde von der Landesärztekammer Thüringen als Fortbildung für Ärzte anerkannt.

Die Veranstaltung wird mit den selben Referenten am 5. Juli, um 19 Uhr als öffentliche Diskussion auf allgemeinverständlichen Niveau in der Tonhalle Gera an Puschkinplatz wiederholt und vom Offenen Kanal Gera aufgezeichnet.

Alle IPPNW-Veranstaltungen zur Bundesgartenschau auf einen Blick: www.uranrisiko.de

Für weitere Informationen oder Vermittlung von Interviews mit den Experten:
Sven Hessmann, Pressereferent, Tel.: 030 - 69 80 74 14, E-Mail: hessmann@ippnw.de

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