Die Entscheidung des Atomkonzerns RWE und der hessischen Atomaufsicht, den Atomkraftwerksblock Biblis B wieder ans Netz gehen zu lassen, hält die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW für außergewöhnlich risikoreich und startet die Kampagne "Biblis angeklagt". „Zahlreiche Menschen werden in den nächsten Wochen eine Zeitung mit dem Titel "Biblis angeklagt" in ihrem Briefkasten vorfinden, nach dessen Lektüre selbst vielen Befürwortern der Atomenergie die Lust an dieser Risikotechnik vergehen dürfte”, so IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz.„Die Berichte über mehr als 150 Sicherheitsdefizite und zahlreiche Missstände in diesem Atomkraftwerk werden die Einschätzung in der Bevölkerung bestärken, dass ein Weiterbetrieb von Biblis keinesfalls zu verantworten ist.” Die Zeitung mit einer Auflage von 300.000 Exemplaren wird von der IPPNW, dem Umweltverband BUND Hessen und der Vereinigung EUROSOLAR herausgegeben und verbreitet.
Vor dem Hintergrund einer bevorstehenden Klage der IPPNW beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel auf Stilllegung von Biblis B hat die IPPNW gemeinsam mit EUROSOLAR außerdem einen Film mit dem gleichnamigen Titel "Biblis angeklagt" produziert. In dem sowohl im Internet als auch auf DVD verfügbaren Film wird darlegt, dass das gefährliche Atomkraftwerk Biblis B aus sicherheitstechnischen und rechtlichen Gründen abgeschaltet werden muss. Der Strom aus Biblis kann vollständig durch erneuerbare Energien ersetzt werden. „Allein die Tatsache, dass beide Blöcke in Biblis ein Jahr lang keinen Strom produziert haben, ohne dass in Hessen die Lichter ausgingen, zeigt, dass dieses gefährliche Atomkraftwerk absolut überflüssig ist”, so Paulitz. „Der rasante Ausbau der Erneuerbaren Energien führte dazu, dass diese in Deutschland mit 15 Prozent bereits halb so viel Strom produzieren wie alle deutschen Atomkraftwerke zusammen. Mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass dezentrale erneuerbare Energieanlagen in absehbarer Zeit zu 100 Prozent den erforderlichen Stroms liefern können.”
Weitere Informationen zu der Kampagne finden Sie hier im Internet:
www.ippnw.de/Atomenergie/Biblis_angeklagt
Kontakt: Jens-Peter Steffen, IPPNW Pressestelle (Tel. 030-69 80 74-13)
Henrik Paulitz, IPPNW-Fachreferent (Tel. 0621-39 72 668)
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